Bank zieht Bilanz: Erstmals eine Milliarde!

Volksbank - Raiffeisenbank Vilshofen ist mit dem Geschäftsjahr 2020 trotz „Achterbahnfahrt“ zufrieden

v. l. Klaus Prähofer, der bereits langjährige Vorstand, Christian Bumberger, der neue Vorstand und General-bevollmächtigte und Prokuristin Martina Pená.

Allzu gern wäre Klaus Prähofer, Vorstand der Volksbank-Raiffeisenbank Vilshofen, vor die Vertreter getreten, um ihnen eine Bilanzsumme zu nennen, die die Bank in ihrer bewegten Geschichte nie für möglich gehalten hätte: eine Milliarde! Doch Corona, das vermutlich dieses Ergebnis erst möglich gemacht hat, verhindert das Treffen der 174 aktuell neu gewählten Mitglieder-Vertreter. Die Feier soll – wenn möglich – nachgeholt werden.
Wie kam diese Milliarde zustande? „Wir hatten einen Rekord bei den Einlagen“, erklärt Prähofer, „einen Zuwachs von 98 Millionen Euro auf 804 Millionen Euro.“ 80 Prozent davon liegen auf dem Girokonto. „Es ist zweifelsohne viel Geld da“, ergänzt Vorstand Christian Bumberger, der Nachfolger des ausgeschiedenen Vorstands Martin Tiefenbrunner. Vor allem Firmen und Kommunen schoben ihre noch nicht ausgegebenen Millionen-Beträge auf Konten der Volksbank-Raiffeisenbank, da sie dort im Vergleich zu vielen anderen Geldinstituten 0,1 Prozent weniger Negativ-Zins zahlen mussten. Im vergangenen Jahr brauchten bei einem Betrag bis zu einer Million Euro keine „Strafzinsen“ bezahlt werden. Mittlerweile haben sich die Freibeträge weiter reduziert.

5 Mio. Euro gehen in die Rücklagen

„Die Milliarde galt früher und gilt auch heute noch als magische Grenze. Diese zu überschreiten, ist etwas Besonderes“, erläutert Prähofer. Der Durchschnitt der bayerischen Genossenschaftsbanken liegt bei 800 Millionen Euro Bilanzsumme. Im Kreisverband Passau, dem acht Genossenschaftsbanken angehören, hat nach Passau nur Vilshofen die Milliarde geknackt. Mit ein Grund dafür dürfte auch die vor vier Jahren vollzogene Fusion zwischen Volksbank und Raiffeisenbank sein. „Seitdem haben wir ein extremes Wachstum verspürt“, zeigen sich die Vorstände sehr zufrieden mit der Entwicklung. 2020 wurden knapp 5 Millionen Euro in die Rücklagen geschoben. Dass die Bank im vergangenen Jahr 2,349 Mio. Euro an Steuern zahlte – trotz der rückläufigen Zinsspanne –, wird als Beleg für ein stabiles Ergebnis gewertet.
Vorstand Prähofer spricht im nun vorliegenden schriftlichen Geschäftsbericht von einem „respektablen Endergebnis“. 2020 sei für die Bank die „reinste Achterbahnfahrt“ gewesen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Josef Siglmüller, bestätigt, dass die acht Aufsichtsräte stets gut über die wirtschaftliche Situation der Bank sowie über weitere wichtige Angelegenheiten informiert worden seien. Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist Franz Rintsch aus Ortenburg.
Die Volksbank-Raiffeisenbank Vilshofen verfügt über zwölf Geschäftsstellen, zwei SB-Filialen und eine Online-Geschäftsstelle. Die Öffnungszeiten wurden Corona-bedingt eingeschränkt, ohne dass es Proteste der 35000 Kunden gab. Davon sind 13075 Mitglieder. 208 Mitarbeiter haben bei der Bank einen Arbeitsplatz, 17 davon sind in der Ausbildung.
Für 2021 hat sich die Bank eine Nachhaltigkeitsstrategie vorgenommen. Sie ist ohnehin schon an großen Photovoltaikanlagen beteiligt, die Gebäude sollen auf einen effizienteren Strom- und Energieverbrauch überprüft werden, zudem denkt man an einen Nachhaltigkeitsbeirat. „Wir setzen dabei auf die Kompetenz und den Sachverstand unserer Vertreter“, sagt Prokuristin Martina Peña.

Für 3,5 Mio. Euro wird ein Gesundheitszentrum gebaut

Der Vorstand verweist nicht ohne Stolz auf die Investitionen in der Region. 3,5 Mio. Euro investiert die Bank für den Bau eines Gesundheitszentrums in Aldersbach, mit dessen Bau kürzlich begonnen worden ist. Der symbolische Spatenstich steht noch aus. Mitte 2022 soll das Gebäude mit drei Stockwerken bezugsfertig sein. In Vilshofen sollen demnächst die Gebäude der alten Post in der Aidenbacher Straße abgerissen werden. Dort will die Bank voraussichtlich im nächsten Jahr mit dem Bau eines modernen Bürokomplexes beginnen.

Quelle: Vilshofener Anzeiger