Wie aus zwei Banken eine werden soll

Am 16. und 18. Mai entscheiden die Vertreter über die Fusion von Raiffeisenbank Vilshofener Land und Volksbank Vilshofen

Die Teile passen, aber wird das Puzzle vollendet? Das letzte Wort haben die Vertreter der beiden Geldhäuser.

Artikel im Vilshofener Anzeiger am 27. April 2017 von Elke Fischer.

Vilshofen. Eigentlich kann nichts mehr schief gehen. Denn das Puzzle-Teil mit der Aufschrift Volksbank Vilshofen eG passt wie kein zweites in das Stück Raiffeisenbank Vilshofener Land eG. In ihrem Werbeprospekt zur geplanten Fusion fügen sie sich vor der Bilderbuchkulisseder Stadt Vilshofen zu einer Einheit zusammen. Eigentlich alles perfekt. Wenn da nicht noch die Vertreter wären, die das bis ins Detail austüftelte Werk im letzten Moment kippen könnten. Die Raiffeisenbank Vilshofener Land zählt 152 Vertreter, die Volksbank 64. Jeweils 75 Prozent müssen mit Ja stimmen. Am16. und 18. Mai kann das Puzzle vollendet oder in seine Einzelstücke zerfallen. Zwei Tage mit großer Tragweite, die bei der Vilshofener Bankenlandschaft in die Historie eingehen werden.

Die Vorstände der beiden Geldinstitute sind sich sicher, dass die Geschichte ein Happy End haben wird. „Ich glaube, es ist noch nie eine Fusion so sorgfältig und transparent vorbereitet worden“, meint Vorstand Klaus Prähofer von der Raiffeisenbank Vilshofener Land. Muss sie auch, denn einmal ist sie schon gescheitert. Das war im Jahr 2003, als der Hofkirchener Altbürgermeister JosefWeiß als Meinungsführer zusammen mit den Bürgermeistern Franz Schwarz aus Aldersbach und Fritz Pflugbeil aus Haarbach die damals geplante Verschmelzung zu verhindern wusste.

Mittlerweile hat Weiß kein Stimmrecht mehr, weil sich der 77-Jährige bei den Vertreter-Neuwahlen im Januar 2017 aus Altersgründen nicht erneut zur Wahl stellte. Diesmal aber, versicherte er auf VA-Nachfrage, würde er für die Fusion stimmen. Wie kommt es zur Drehung um 180 Grad? „2003 steckte die Raiffeisenbank in großen finanziellen Schwierigkeiten. Der damalige Vorstand stand schwer in der Kritik. Wir hatten schlechte Voraussetzungen. Da hätte uns die Volksbank einfach geschnappt“, erklärt er. Dank der guten Arbeit der neuen Vorstände stehe die Raiffeisenbank heute wieder gut da.

Das sieht Aldersbachs Altbürgermeister Franz Schwarz auch so, der am 18. Mai mit Ja stimmen wird. „Jetzt bin ich absolut dafür. Die Zeit ist reif. Durch die Nullzinspolitik der EZB wird das Geschäft für die Banken immer schwieriger. In solchen Zeiten führt kein Weg an einer Fusion vorbei.“

Klaus Prähofer und seine Kollegen Martin Tiefenbrunner und Gerhard Hallhuber (beide Volksbank), die die Volksbank - Raiffeisenbank Vilshofen eG (kurz VRV) künftig gemeinsam führen wollen, haben im Vorfeld viele Gespräche mit den Vertretern geführt. Allein acht Treffen gab es im März und April auf Raiba-Seite, drei bei der Volksbank.

Johann Brunner von der Firma Domarin in Vilshofen gehörte zu denjenigen, die kritische Fragen stellten. Der Volksbank-Vertreter wollte wissen, was die Zusammenlegung koste. „Dass sie sich nach fünf Jahre amortisiert und ein deutliches Plus zu erwarten ist, hat mich überzeugt“, sagt er auf VANachfrage. Auch die Sorge um die Mitarbeiter trieb ihn um. „Auch darauf habe ich eine sehr befriedigende Antwort bekommen“, erklärt Brunner. Durch die normale Fluktuation und die Altersstruktur würde sich das regeln lassen.

Sauer stößt manchem Vertreter auf, dass die Volksbank zwei, die Raiba dagegen nur einen Vorstand stellt. „Dafür ist es bei den Aufsichtsräten andersrum“, kontert Prähofer. Bis zur nächsten Wahl ist die Raiba mit sechs, die Volksbank mit nur drei Aufsichtsräten vertreten.