Die Fusion nimmt Formen an

Raiffeisenbank Vilshofener Land und Volksbank legen sich auf neuen Namen und künftige Standorte fest

Auch wenn die Kaffeehaferl noch den neuen gemeinsamen Schriftzug brauchen, so stießendie vier Vorstände schon mal auf die bevorstehende Fusion von Raiffeisenbank Vilshofener Land und Volksbank an: (v.l.) Gerhard Hallhuber, Martin Tiefenbrunner, Helmut von Hasselbach und Klaus Prähofer.

Artikel im Vilshofener Anzeiger am 20. Dezember 2016 von Elke Fischer.

Vilshofen. Der gemeinsame Name ist schon gefunden: Volksbank-Raiffeisenbank Vilshofen eG, kurz VRV, soll das Geldinstitut heißen, das im nächsten Jahr nach der geplanten Fusion gemeinsam 38 000 Kunden betreuen und fast 14 000 Mitglieder zählen wird.

Bis es soweit ist, muss hinter den Kulissen allerdings noch sehr viel gearbeitet werden. „Eine Mammutaufgabe“, sind sich die vier Vorstände – Klaus Prähofer und Helmut von Hasselbach (Raiba Vilshofener Land) und Martin Tiefenbrunner und Gerhard Hallhuber (Volksbank Vilshofen) – bewusst. 31 Arbeitstage haben sie bis dato in das Projekt gesteckt. „Verglichen mit einem Hausbau könnte man sagen: Der Rohbau steht“, sagt Helmut von Hasselbach.

Im März diesen Jahres hatten die Vorstände die „geldige Hochzeit“ erstmals öffentlich gemacht (der VA berichtete). Natürlich gefiel das nicht jedem. „ Es gab den einen oder anderen Mitgliedervertreter, der Bedenken äußerte“, gibt Prähofer zu. „Dochdie große Mehrheit ist für die Fusion“, bestätigt auch Gerhard Hallhuber von der Volksbank. So gesehen dürfte es bei den Vertreterversammlungen der beiden Geldhäuser Mitte Mai 2017 keine unliebsame Überraschung geben.

Der Grund: Die Vorteile, künftig gemeinsam zu marschieren, überwiegen und überzeugen, sind sich die Banker sicher. Die wahrscheinlich noch länger andauernde Niedrigzinsphase, steigender Wettbewerb, Trend zu Online-Banking und Digitalisierung sowie rasant zunehmende Regulatorik und die demografische Entwicklung sorgen für schwierige Rahmenbedingungen, insbesondere bei Filialbanken. „Da kann man gemeinsam aus der Position der Stärke heraus den Herausforderungen der Zukunft besser entgegentreten“, findet Prähofer.

Für die Kunden der beiden Bankenwird sich wenig ändern. Bei den Kontonummern werden vielleicht ein bis zwei Ziffern dazukommen. Was die Ansprechpartner angeht, müssen sie sich nicht umstellen. Denn alle über 200 Mitarbeiter werden übernommen. „Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen aus“, betonten gestern noch einmal die vier Vorstände.

Was sich ändern wird, sind die Standorte. So wird die Volksbank in Vilshofen künftig der Hauptsitz werden, schon allein deshalb, weil dort ein Stockwerk mehr zur Verfügung steht. Was mit dem Raiba-Gebäude am Stadtplatz passiert, ist noch nicht klar. Vermietung oder Verkauf lauten die Optionen. „Aber keine Sorge. Das bedeutet keinen unmittelbaren weiteren Leerstand am Stadtplatz. Das wird erst in drei, vier, fünf Jahren spruchreif“, beruhigt Tiefenbrunner.

Schneller wird die Zusammenlegung in den Filialen über die Bühne gehen. In Aidenbach wird für den Kundenverkehrnur die Volksbank erhalten bleiben, weil sie mehr Platz bietet. Das dortige Gebäude der Raiffeisenbank will die Bank für interne Abteilungen verwenden. „Aidenbach wird damit unsere größte Geschäftsstelle“, erklärt Prähofer.

Anders in Eging: Hier wurde die Raiffeisenbank Vilshofener Land 2013 neu gebaut. Da liegt es auf der Hand, hier die neue, gemeinsame Geschäftsstelle zu eröffnen. Was mit dem Volksbankgebäude am Marktplatz passiert, steht noch nicht fest. Insgesamt werden dann neben der Hauptstelle und einem Beratungszentrum in Vilshofen noch an elf Standorten in den Landkreisen Passau und Deggendorf Filialen betrieben.

Folgenden Fahrplan haben die Vorstände vorgegeben: 10. bis 15. Mai 2017 finden die Vertreterversammlungen in beiden Geldinstituten statt, um über die Fusion abzustimmen. Für den 24. Juni ist die technische Fusion geplant. Am 1. Oktober soll die Verschmelzung der beiden Banken in den Geschäftsstellen Aidenbach sowie in Eging vollzogen werden. „Es kann sein, dass es Jahresende wird“, meint Tiefenbrunner, „denn Qualität und Sinnhaftigkeit gehen vor Schnelligkeit“, schickt Helmut von Hasselbach hinterher.

Was die Vorstände angeht, wird von Hasselbach – er war nach dem Ausscheiden vonVorstand Thomas Peter aus dem Ruhestand in die Bank zurückgekehrt – Ende Juni 2017 das Vorstandsgremium wieder verlassen.

Klaus Prähofer wirdüber kurz oder lang sein Büro 50 Meter weiter im Volksbankgebäude einrichten. Gemeinsam mitMartin Tiefenbrunner und Gerhard Hallhuber bildet er dann die Spitze der gemeinsamen VRV. Die Bilanzsumme der beiden Banken addiert sich auf rund 750 Millionen Euro. An Krediten wurden ca. 470 Mio. Euroan Privat- und Firmenkunden vergeben.Für die Kunden werden fast 850 Mio. Euro als Anlagen verwaltet, so dass das betreute Kundenvolumen künftig deutlich über eineMilliarde Euro betragen wird.