"Geldige Hochzeit" steht bevor

Volksbank Vilshofen eG und Raiffeisenbank Vilshofener Land eG wollen fusionieren

Die Chemie stimmt zwischen den drei Bankvorständen:Wenn es nach Martin Tiefenbrunner,Klaus Prähofer und Gerhard Hallhuber (v.l.) geht, steht einer Fusion von Volksbank Vilshofen und Raiffeisenbank Vilshofener Land nichts im Wege.

Artikel im Vilshofener Anzeiger am 25. Februar 2016 von Elke Fischer.

Vilshofen. Wenn aus einer langjährigen Freundschaft mehr wird, sorgt das immer für Gesprächsstoff. Jetzt ist es raus: Ja, die Volksbank eG und die Raiffeisenbank Vilshofener Land eG wollen fusionieren. Umim Bild zu bleiben: Vor der „geldigen Hochzeit“ steht die Verlobung. So könnte man das Ereignis bezeichnen, das diese Woche in der Chefetage der Raiffeisenbank Vilshofener Land zelebriert wurde.

Die Sektkorken ließen Klaus Prähofer (53), Vorstand der Raiba, und seine Kollegen Martin Tiefenbrunner (54) und GerhardHallhuber (55) von der Volksbank, nicht knallen. Denn noch ist ja die Sache nicht in trockenen Tüchern. Auch wenn die drei versicherten, dass die Chemie zwischen ihnen stimme, heißt das noch lange nicht, dass die Mitglieder der Vertreterversammlungen das genauso sehen. Erst nach deren Befragung Ende Juni 2017 steht fest, ob die beiden Banken künftig unter einem Dach agieren.

„Im Augenblick sind wir bei den Sondierungsgesprächen“, erklärt Klaus Prähofer und führt aus, warum er den Schritt zur Fusion als sinnvoll erachtet. „DieRahmenbedingungen für die Geldinstitute werden immer schwieriger.Die andauernden Niedrigzinsen, der steigendeWettbewerb mit neuenKonkurrenten, der Trend zu Online-Banking und Digitalisierung und die immer umfassendere und aufwändigereRegulatorik.

Deshalb hätten die Aufsichtsräte beider Häuser die Vorstände beauftragt, die Möglichkeiten über einen Zusammenschluss auszuloten.

Die entscheidende Frage lautet: Was ändert sich für die insgesamt 220 Mitarbeiter?Dawaren sich die drei Herren einig: „Sie können beruhigt sein. Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Wir haben ohnehin eine Altersstruktur, wo einige über 50 sind, das wird sich auf diese Weise lösen“, erklärt Tiefenbrunner. Die Mitarbeiter wurden bei der Raiba in einer Versammlung informiert, bei der Volksbank erhielten die Angestellten eine Mitteilung.

Die Bankvorstände sehen nur Positives in einer künftigen Ehe. „Wir können Synergieeffekte nutzen und unser Potenzial voll ausschöpfen und sicherlich in der Zukunft größere Kunden bedienen, die wir alleine nicht hätten bekommen können“, ist Prähofer überzeugt.

Was die Ausrichtung der Häuser angehe, sei man sehr ähnlich strukturiert. Beide Häuser können auf eine lange Tradition zurückblicken. Die Volksbank wurde 1904 gegründet, die Raiba ist zehn Jahre älter. Die Bilanzsumme würde sich nach der Fusion auf ca. 720 Millionen Euro addieren. Die Mitarbeiter betreuen mehr als 14 000 Mitglieder und 37 000 Kunden in 15 Geschäftsstellen (Volksbank7und Raiba 8). Zusätzlich betreibt die Raiffeisenbank noch drei SB-Geschäftsstellen sowie ihr Beratungszentrum in der Aidenbacher Straße. Die Volksbank hat zwei Geschäftsstellen im Landkreis Deggendorf (Schöllnach und Osterhofen).

Neben Vilshofen sind die beiden Geldinstitute nur in Eging und Aidenbach doppelt vertreten. „Da muss man mal sehen, wie wir das machen“, sagen die Vorstände. Noch Zukunftsmusik ist auch, wo der künftige Hauptsitz der Firma angesiedelt werden wird. Am Stadtplatz 12 oder 36.

Eine Lösung für den aus dem Raiba-Vorstandsduo ausscheidenden Thomas Peter (der VA berichtete) hat man dort auch bereits gefunden. Der Vorgänger wird der Nachfolger. „Helmut von Hasselbach hat sich bereit erklärt, vom nächsten Montag an bis zum 30. Juni 2017 in sein Amt zurückzukehren. Die Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht steht zwar noch aus, aber das dürfte reine Formsache sein“, winkt Prähofer ab.

Bleibt noch die Frage, wie die Bank künftig heißen wird. Ein Doppelname scheidet wegen der Länge wohl aus, aber da wird sich auch eine Lösung finden, wenn es soweit ist, sind sich die Hochzeiter sicher. Aber jetzt ist erst einmal das Votum der Vertreter gefragt. 75 Prozent auf beiden Seiten müssen ihren Segen dazu geben.